| Autor | Thema: Werksgeschichte |
| MZMA geschrieben am: | Werksgeschichte: *Mit Lizenzproduktion von Ford A begann alles, wurde dann 1932 nach Gorki verlegt *KIM (Kommunistische Jugend Internationale war bis 1945. Ist eine eigene Entwicklung Aussehen ähnlich Kadett aber 2 Türig *ZMA (Werk für Kleinkraftwagen) dieses Logo hatte 400+401 *MZMA (Moskauer Werk für Kleinkraftwagenwerk) da die Stadt und das Werk größer wurde kam das Werk zu Moskau und somit das M im Logo davor * 1968-1986 AZLK ((Automobilwerk Leninscher Komsomol) *1986 AZLK Produktionsvereinigung „Moskwitsch“ mit veränderten Logo * zuletzt hieß es OAO Leider gingen die Logos nicht mit einzufügen So nun erst einmal paar Hintergrund Informationen, wo die Angaben herkommen. 1945 wurde mein Vater mit den Kompletten Anlagen des Kadettwerks der Adam Opel AG in die Nähe von Moskau verschickt. Wo es in dem ehemaligen KIM Werk (somit kann man den Kim nicht unbedingt als Moskwitsch bezeichnen; er hat zwar etwas mit dem Werk zu tun aber nicht mit den Moskwitsch sonst müsste man den Ford A auch dazu zählen da dieser in Lizenz bis zur Auslagerung der Produktion 1932 nach Gorki auch in Moskau gebaut wurde) aufgebaut wurde und ab 1947 der 1.Moskwitsch auf Basis des Opel Kadett produziert wurde. Als Ende 1949 das Werk mehr oder weniger gut produzierte durfte er zurück nach Deutschland kehren. Als dann 1957 die offizielle Einfuhr mit dem Moskwitsch Typ 402 begann wurde aus seiner F8 Werkstatt eine der ersten Moskwitsch Vertragswerkstatt der DDR. 1970 ging ich dann bei Ihm in die Lehre. Da mein Vater in dem staatlichen Kontrollausschuss für Importfahrzeuge war, konnte er oft nach Moskau, wo er zu den Ingenieuren bis heute noch einen freundschaftlichen Kontakt Pflegt aber leider nicht mehr nach Moskau kommt, da er schon 86 Jahre ist. Da er fast an allen KTA Typenblättern die Moskwitsch betreffen mit Gearbeitet hat wurden die Fahrzeuge wenn Sie neu in Produktion ging eins zu uns gebracht, meist von der Leipziger Messe. Ein Teil davon befindet sich noch in unseren Besitz, diese sind Moskwitsch 407 Baujahr ´58 mit dem 1 Strebigen Kühlergrill den 3 Gang Getriebe, vordere Sitzverstellung nur mittels Flügelmuttern; 407/1 Baujahr ´60 verändertes Grill, 4 Gang Getriebe, Sitzbankverstellung mittels Schienen; 423N/1 Baujahr ´61; 403IE Baujahr ´64; 408 Baujahr ´65 mit den Schmalen Kühler vom 407, durchgehende vordere Sitzbank, ohne Seitlichen Parkleuchten und Schaumstoffauflagen auf dem Armaturenbrett, durchgängig rote Rückleuchten; 426 Baujahr ´66 mit Doppelscheinwerfern und geteilter Heckklappe; 408 Baujahr ´68 mit breiten Kühler, Einzel Sitzen und Parkleuchten; 408IE Baujahr ´69; 412 Baujahr ´73 noch mit Seitenblinker; 427 Baujahr ´74 Heckklappe im Ganzen; 2140 Baujahr ´76; 2137 Baujahr ´77 (so wie fast alle Technischen Unterlagen). Werde wenn ich mal einige ruhige Minuten habe die Fahrzeuge in das Register einstellen. Sie befinden sich in einem Zustand zwischen 2 - 4. Wenn es meine Zeit zu lässt werde ich ab und zu mal auf die Seite schauen um eventuelle Fragen zu beantworten. |
| MZMA geschrieben am: | Oh habe gesehen das mit den Logos die Jahreszahlen vom ZMA=1947-1956 und vom MZMA 1956-1968 verwunden sind deshalb der Nachtrag. |
| MZMA geschrieben am: | Es macht richtig Spaß in den alten Unterlagen zustöbern. Habe noch einige Interessante Sachen gefunden, bevor das Werk im Frühjahr 2006 endgültig als Bankrott erklärt wurde hatte es mehr als 5 Millionen Fahrzeuge gebaut. Im Mai 67 lief das 1.Millionste Auto vom Band es war damals ein 408 Am 16.08.74 folgte der 2 Millionste ein 412 Am 25.08.80 der 3 Millionste ein 2140 Am 17.09.86 der 4 Millionste ein 2140 SL Am 02.12.98 der 5Millionste ein 2142 (Diese sind auch alle im Moskwitsch Museum in Moskau zu sehen) Zu diesen Anlässen wurde jedes Mal das Band gestoppt und es gab eine kleine Feierstunde mit viel Wodka. Ende der 90er hat Moskwitsch schon starke finanzielle Probleme verbunden mit Kurzarbeit, die gingen soweit, dass keine Reifen mehr bestellt werden konnten. So kam es das von den fertigen Fahrzeugen auf dem Hof die Räder abgeschraubt wurden und an die Fahrzeuge gebaut die das Band verließen um Sie zu bewegen. In der Hoffnung wenn wieder neue Fahrzeuge verkauft wurden von diesem Geld wieder neue Reifen kaufen zu können. 2001 wollte der Bürgermeister von Moskau dem Werk noch einmal zu einem Aufschwung verhelfen und es wurde im Auftrag der Stadt Rettungswagen bestellt was aber den Bankrott auch nicht mehr verhindern konnte. Wenn noch Interesse an genauen Daten gewünscht wird, fragt ruhig dann schaue ich in den alten Brief nach. Ich hoffe ich nerve euch nicht zu sehr! |
| Peter(UM) geschrieben am: | Von wegen nervt! Hoch interessante Angelegenheit!!! Noch mal Frage zum besseren Verständnis: Bisher bin ich immer davon ausgegangen, der Abtransport der Kadett-Anlagen erfolgte 1946. Stand die Kadett-Fertigung in Rüsselsheim (Haltung der Amerikaner? -->Wiedereingliederung von OPEL unter GM-Hoheit nach dem Krieg) oder in Brandenburg/H.? Warum Kadett und nicht den moderneren Olympia? War es so, daß die Olympia-Anlagen stärker von Kriegseinwirkungen betroffen waren und deshalb nicht so interessant waren, obwohl modernere Technik? Für den Verkaufsstart des Moskwitsch 402 und gleichzeitig 407 in der DDR ermittelt man in DDS 11/1958 den September 1958. Kann das bestätigt werden? Ganz sicher hat es davor auch Einzelstücke in der DDR gegeben. Ich habe noch so viele Fragen... (und will natürlich auch nicht nerven :-)) |
| Peter(UM) geschrieben am: | Von wegen nervt! Hoch interessante Angelegenheit!!! Noch mal Frage zum besseren Verständnis: Bisher bin ich immer davon ausgegangen, der Abtransport der Kadett-Anlagen erfolgte 1946. Stand die Kadett-Fertigung in Rüsselsheim (Haltung der Amerikaner? -->Wiedereingliederung von OPEL unter GM-Hoheit nach dem Krieg) oder in Brandenburg/H.? Warum Kadett und nicht den moderneren Olympia? War es so, daß die Olympia-Anlagen stärker von Kriegseinwirkungen betroffen waren und deshalb nicht so interessant waren, obwohl modernere Technik? Für den Verkaufsstart des Moskwitsch 402 und gleichzeitig 407 in der DDR ermittelt man in DDS 11/1958 den September 1958. Kann das bestätigt werden? Ganz sicher hat es davor auch Einzelstücke in der DDR gegeben. Ich habe noch so viele Fragen... (und will natürlich auch nicht nerven :-)) |
| MZMA geschrieben am: | Die Kadettproduktion war nur in Rüsselsheim. Dort war die Demontage und Lagerung der Anlage schon während des Krieges erfolgt da die Produktionshallen für die Rüstungsindustrie gebraucht wurden (Herstellung wie Flugzeugtriebwerke e.t.c.) deshalb konnte es auch schon 1945 abtransportiert werden. Im Werk Brandenburg wurde nur im Auftrag der Wehrmacht der Opel Blitz (sowie das Maultier und das KFZ 15) gebaut. Zu diesem Zweck wurde auch das Werk errichtet. Es wurde auch als Reparationszahlung mitgenommen (Da es im Sowjetischen Sektor stand), aber im Gegensatz zu den Kadettanlagen wurde es in Russland nicht wieder aufgebaut. Der Olympia wurde 1935 und der Kadett erst ab 1936 produziert, somit war er für Russland das Aktuellere und kostengünstig herzustellende Modell, des Weiteren waren die Anlagen des Kadetts interessanter, da der KIM schon in Anlehnung des Kadetts entstand (Diese Version wurde von den damaligen Kadettmitarbeitern erzählt, die natürlich aber auch nicht offiziell über politische Hintergrunde informiert wurden). |
| MZMA geschrieben am: | Zu der 2. Frage; Der Artikel ist mir nicht bekannt und weiß somit nicht auf was er Bezug nimmt. Wie alle Druckerzeugnisse in der DDR wurde auch der Deutsche Straßen Verkehr für politische Zwecke genutzt zur Beruhigung der Bevölkerung, dieses Beispiel erfährt man auch wenn man sich mit ehemaligen Mitarbeitern von AWE unterhält. Der BMW/EMW 340 wurde auch erst an die Polizei und die Kreise geliefert, als offizieller Produktionsstart wurde in den Medien ein Termin genannt zu dem er in freien Handel war (ca.1/2 später). Man muss die offizielle Einfuhr von Moskwitsch in 2 Kategorien teilen, 1.10.1957 offizielle Anerkennung als Moskwitsch Vertragswerkstatt, kurz zuvor wurde mit den Import von Moskwitschfahrzeugen über AVTOEXPORT begonnen. Ab Mitte 1958 wurde das Vertriebsnetz ausgebaut über DHZ/HO/VEB IMPERHANDEL/IFA VERTRIEB somit war es vor 1958 schwierig für Privat Personen ein Fahrzeug zu erwerben da dies nur in Berlin möglich war, aber beliefert wurden Taxi Betriebe, Veterinäre, Bezirks/Kreisleitung, Zivilfahrzeuge für die Kriminalpolizei und einige VEBs. Von einer geringen Stückzahl kann man nicht sprechen, da nach 1Jährigen bestehen der Werkstatt schon 73 Kunden (unter denen sich viele VEBs befanden die Mehrere Fahrzeuge hatten) vorhanden waren. |