| Autor | Thema: Moskwitsch 408, Bj. 1967 |
| Ulli geschrieben am: | Hallo an alle Moskwitschfreunde, Ich habe mir vor ein paar Tagen einen Moskwitsch 408, Bj. 1967 zugelegt. Das Auto stammt aus Tschechien, ist bis auf Winzigkeiten perfekt erhalten, ist original (erst!) 118.000 km gelaufen, hat noch den ersten Motor drin, aus erster Hand und „Rentnergepflegt“. Was bedeutet, es ist kein sichtbarer Rost zu entdecken, nicht ein einziges Pickelchen und er erstrahlt noch im gepflegten weißen Originallack (sogar der Zettel mit der Farbnummer klebt noch im Kofferraumdeckel!). Alles drin, alles dran und nichts verbastelt oder amateurhaft „restauriert“. Vom ersten Eindruck her ist technisch alles soweit in Ordnung – der tschechische TÜV gilt noch bis Juni. Der Vorbesitzer hat laut Aussage des Verkäufers und auch anhand der im Kofferraum mitgelieferten Altteile in der letzten Zeit noch investiert in eine neue Kupplung sowie die Bremsen, zudem ich dazu noch schriftliche Unterlagen und Rechnungen bekommen soll. Wie das Auto fährt, konnte ich noch nicht testen, da es nicht zugelassen ist. Der Verkäufer hat den Moskwitsch auf dem Trailer angeliefert – die einzige Fahrt bislang war vom Hänger in die Tiefgarage. Was also heißt, er bewegt sich von selbst und fährt, wie genau, das muss noch ergründet werden. Zwar springt er etwas zaghaft an und der Motor scheint nach dem Anspringen zuerst ein wenig zu humpeln, aber das beziehe ich mal auf nötige Einstellarbeiten – schließlich steht das Auto schon ein Jahr. Und wer weiß, was da noch für Sprit im Tank ist. Der Innenraum ist ebenfalls sehr gepflegt und original, einzig einige Plastikteile am Armaturenbrett, obwohl noch recht „gut“ in Schuss, neigen auch da langsam aber sicher in Richtung Exitus. Jedoch dürfte dies noch ein ganzes Weilchen dauern und bis dahin findet sich bestimmt eine passende Lösung. Das Auto hat noch eine durchgehende Sitzbank vorne. Obwohl diese schon auf die letzte Rastung nach hinten geschoben, ist es zwischen Lenkrad und Sitzbank doch recht eng. Kennt jemand einen kleinen Trick, die Sitzbank noch etwas nach hinten zu verschieben? Denn irgendetwas klappt mit dem Zusammenspiel meiner Größe und der des Autos nicht so recht. Laut Moskauer Werksliteratur sprach man zwar damals vom „Kleinwagen origineller Bauart“ und mit heutigen Größenverhältnissen moderner Mittelklassewagen ist das Auto mittlerweile wirklich eher als klein zu betrachten. Ich hatte vor fast 30 Jahren mal zwei 407/1, aber irgendwie kann ich mich da nicht erinnern, dass damals beim Fahren das Lenkrad am Oberschenkel schabte. Und beim 412 mit Einzelsitzen schon gar nicht. Meine wichtigsten Fragen betreffen natürlich nun die Zulassung und die Prozedur mit der H-Nummer. Einiges an Wissen dazu habe ich mir bereits schon aus dem Internet geholt, aber trotz alledem - der eine sagt so, der andere so! In dem originalen tschechischen Fahrzeugbrief bin bereits ich als Halter eingetragen und ich besitze dazu nebst tschechischen Exportkennzeichen auch eine „Osvedceni o Registraci Vozidla“, also wohl eine Art Zulassung, Eigentumsnachweis, Registratur oder was auch immer das ist (auf meinen Namen und Anschrift ausgestellt). Was also muss ich als Nächstes tun? KFZ-Brief beantragen – wo und wie?, TÜV, Zulassung etc? Was muss technisch verändert werden, um den Wagen durch den TÜV zu bekommen - Warnblinkanlage? Gibt es dazu irgendwelche einigermaßen passende Einbausätze, ohne erst das gesamte Auto demolieren zu müssen. Wenn mich nicht alles täuscht, ist doch beim Moskwitsch plus an Masse? In Tschechien war ein Warnblinker nicht Pflicht, dafür hatten die es mit den Nebellampen. Ist ein Gutachten Vorraussetzung, bevor man die H-Zulassung macht? Wenn ja, macht die der TÜV selber oder braucht es dazu einen unabhängigen Gutachter? und vor allem, geht dies gleich so hintereinanderweg oder muss das Auto zuvor ganz normal zugelassen werden? Alles, was diese Dinge anbelangt, bin ich nämlich da ein wenig Laienhaft – ist ja auch schließlich das erste Mal! Ach so, irgendjemand behauptete mal, dass auch bei von Privat gekauften Gebrauchtwagen aus der EU in Deutschland Umsatzsteuer fällig sei. Gehe ich nun recht in der Annahme, dass dies falsch ist? Bei Neuwagen, vom Händler gekauft, also mit ausländischer Mwst,. welche man bei Export aus dem entsprechenden EU-Land zurückbekommt, verstehe ich dies ja, da das Fahrzeug ja dann sonst ohne Mwst. wäre. Aber bei gebrauchten Autos, dazu noch ein 42 Jahre altes? Kennt jemand im Großraum Berlin eine passende Werkstatt, welche einige Wartungsarbeiten, zB. eben gerade die nötigen TÜV-Umrüstungen, Vergaser- und Zündungseinstellung, aber auch andere anfallende Kleinigkeiten qualitativ gut und zuverlässig durchführen kann? Also eher mehr Wartung und Pflegearbeiten. Aber nicht so eine Luxuswerkstatt, wo erstmal die Nase über das Auto gerümpft wird und danach lediglich nur nach Anschluss eines Diagnosegerätes ganze Baugruppen ausgetauscht und verschrottet werden. Ein wenig Liebe zum Detail wäre da durchaus wünschenswert. ich selber bin nun mal leider nicht der große Autobastler, da Zeit, Platz und Möglichkeiten dazu fehlen. Vom Handling will ich erst gar nicht reden. Übrigens habe ich genau so ein Auto, vor allem in so einem Erhaltungszustand, nun schon jahrelang gesucht – also Topzustand und alles noch original. Vielleicht kann man das nun auch als Glückstreffer betrachten. Mein erstes Auto vor nun schon dreißig Jahren war ein 407/1 – damals eine elendige Schindmähre. Ohne vorheriges Ausprobieren blind gekauft als „gekauft wie besehen“. Der fuhr zwar einigermaßen, zumindest geradeaus, aber bremste dafür nur mit vormaligen „Pumpen“ am Bremspedal. Und die Karosserie, wenn man davon noch sprechen konnte, war so gut wie komplett aus Spachtel modelliert unter Einlaminierung einiger Dutzend Scheuerlappen – anstelle Blechteile. Die Türen mussten mit Klebeband gesichert werden, damit die beim um die Kurve fahren nicht plötzlich aufgingen. Aber es fuhr erst einmal – und man war nun ein echter „Autobesitzer“! Selbst den hatte ich mir damals nur deswegen gekauft, weil meine Eltern in den späten 50ern und frühen 60ern einen 407/1 hatten. Dieses Auto hatte ich als Knirps geliebt – vor allem der Motorenklang und das unnachahmliche Auspuffgeräusch waren wie Musik in meinen Ohren. Vor allem der Ton, welches das Auto fabrizierte beim Gaswegnehmen im Schiebebetrieb - das vergisst man einfach nie! Naja, und wie das Leben eben so spielt – kommt man in die „gesetzten Jahre“, muss eben noch mal, wenn auch dann als schönes Spielzeug für Erwachsene, ein solches Auto her. Obwohl zwar "nur" der Nachfolger des 407/1, aber das ist auch nicht ganz so wichtig. Zwar kann heute mit dem Begriff Moskwitsch so gut wie niemand mehr etwas anfangen. Auch hat es schon Leute gegeben, welche mir sagten, dass sie sich so etwas niemals antun würden – ok, deren Meinung sei akzeptiert. Ich habe es mir aber angetan – die erste Reaktion meines Garagennachbars: Was ist das denn für ein schönes, altes Auto? Tja! Viele Grüße an alle Moskwitschfreunde Ulli |
| wowka26 geschrieben am: | Hallo Ulli, hast du den Mossi bei Osttimer.de gekauft? Wieviel hast du für den bezahlt,wenn es kein Geheimnis ist? |
| 408HEY geschrieben am: | Hallo Ulli, Glückwunsch erstmal zu dem Mossi. Ich hab bis vor 3 JAhren noch in den "Alten" Bundesländern gewohnt und die Reaktionen dort auf meinen 408er waren ähnlich. Ja Mercedes kennt jeder, deshalb wollte ich soetwas auch nicht haben. Meiner ist auch aus Tschechien. Das war so eine relativ spontane Entscheidung - ich war dort um ihn mir anzuschauen und dann Baujahr wir meine Eltern mal hatten, Zulassung 3 Tage vor meiner Geburt, naja da hab ich ihn gekauft, geliefert wurde er ebenfalls und es hört sich so an, als ob wir ihn beide in Liberec gekauft haben. Gute Werkstätten hab ich einmal hier in Magdeburg und für Blech in Stralsund. Dort wurde meiner generalüberholt und die DEKRA dort hat sich um alles Weitere gekümmert. Vollabnahme usw. Warnblinker mußt du haben, da hab ich unten bei der Waschanlagen-Pumpe einen kleinen Schalter vom Trabbi (sehr unauffällig). Bei meinem mußte noch das Licht geändert werden, wegen der 4 Scheinwerfer vorne. Bei den Tschechen ist da 4 Lichter bei Abblendlicht geschalter, das ist hier nicht zulässig. Die WErkstatt hat das getauscht bei Fermlich sind jetzt 4 an. Mehrwertsteuer und Zoll brauchte ich nicht bezahlen. Zoll ist abhängig vom Kaufpreis. Ein bisschen Schwierig waren unsere Freunde bei der Zulassung. Vom 408 fehlt wohl das Datenblatt beim KBA. Das wußte ich aber schon von der DEKRA, naja und da war etwas Flexibilität von der Dame gefragt - die zweite schaffte es dann aber - und ich dachte ich muß da nochmal hin. Ich hab meinen Mossi mit Saison-Kennzeichen von Mai bis Oktober zugelassen, das war einfacher wegen dem Gutachten und preislich ist er so insgesamt 20 EUR billiger im Jahr. Wobei es die 20 EUR nicht machen. Und, für ein H-Kennzeichen hat ja auch jedes Bundesland so seine eigenen Vorstellung, hier in Sachsen-Anhalt mußt man im Prinzip auch zur HU. Naja dann laß ich ihn halt erstmal so. Na dann viel Spaß mit dem Mossi |
| Wurstblinker geschrieben am: | Herzlichen Glückwunsch zu so einem Auto! Um das Fzg. zuzulassen, brauchst Du ab Erstzulassung 1.7.1969 eine AU und immer eine HU. Wenn Du ein H-Kennzeichen willst, kommt noch die Oldtimerabnahme hinzu (die enthält dann die HU). Die H-Abnahme macht im Osten nur die Dekra, kann sein, dass es in Berlin anders ist. Ein H-Kennzeichen kostet pauschal 191€ Steuern und ist in allen Bundesländern gleich. Wenn Du ihn nur 6 Monate zulassen willst, ist eine Saisonzulassung billiger. Für eine "Umweltzonen"befahrung ist ein H notwendig! Wenn Du Dir nicht sicher bist, dann gehe doch direkt zu der Zulassungsstelle und frage nach, anstatt hier im Internet nur halbseidene Informationen zu erhalten. Die Herangehensweise: "Ich fahre - die Werkstatt wartet (aber bitte nicht zu teuer!)" halte ich für "ungünstig", um es mal vorsichtig zu umschreiben. Erstens gibt es kaum noch Leute, die sich ohne Diagnosegerät am Auto auskennen. Selbst einfache mechanische Zusammenhänge, wie das Montieren eines Auspuffes ohne Schleifen an der Kardanwelle, stellt manche "erfahrenen" Mitarbeiter vor ein Problem (selbst erlebt). Zweitens ist die DDR 20 Jahre vorbei. Früher vorhandene Erfahrung wurde oft "überschrieben", ist also nicht mehr abrufbar. Mindestens eine Generation ist nachgewachsen, Vergaser einstellen ist beinahe schon Hexenwerk... Gerade einfache Wartungsarbeiten (Ölwechsel, Zündung einstellen usw.) erfodert eben kein Spezialwissen oder Spezialwerkzeug, sondern eigentlich nur Spaß an der Freude und ein wenig Literaturstudium. Darüber hinaus erwirbt man sich auch im Pannenfalle eine gewisse Souveränität und Möglichkeit zur Selbsthilfe. |
| marko_zimmer geschrieben am: | Ich habe heute aus der UDSSR ein Mossi 412 mitgebracht. Leider habe ich kein Datenblat für den Moscwitsch . In den Papieren steht nichts darüber drin. Könt ihr mir da weiter Helfen ? Gruß aus Köln Marko. |
| Tom geschrieben am: | Hallo Leute, wollte mal fragen, ob jemand von Euch Erfahrungen mit Osttimer.de gemacht. Ich wäre für ein Tips dankbar. Gruß Tom |
| Aristokrat geschrieben am: | Hallo Ulli! Also - das mit der Zulassung und der Abnahme macht seit zwei Jahren auch im Osten der TÜV! Also nicht mehr nur die Dekra. Habe es selbst erst vor kurzer Zeit mit meinem Litauen-Import (2140) hinter mir. Der TÜV braucht die ausländischen Papiere und macht dann eine Vollabnahme (incl. Oldtimer-Gutachten § 23 StVZO) und mit der gehts ab zur Zulassungstelle. Umbauten sind nur notwendig im Bereich Sicherheit (z.B. Warnblinkanlage!). Für einen solchen Klassiker würde ich immer das "H-Kennzeichen" empfehlen, da bei dieser Zulassung die Problematik der Umweltzonen wegfällt! Mit der Werkstatt kann ich Dir zwar nicht in berlin helfen, aber für einen wirklich zuverlässigen Check und die eventuell notwendigen Instandsetzungen gibt es bei uns in Zwickau noch einen Kfz-Meisterbetrieb, dessen Inhaber bis zur Wende eine Mossi-Werkstatt hatte und auch die Arbeiten an meinem 2140 erledigt! Das ist letztenendes allemal billiger als in "irgendeine" Werkstatt zu gehen! Da lohnt selbst die Fahrt von Berlin. Zu ihm kommen Mossi-Liebhaber aus ganz Deutschland! Wenn Du noch fragen hast, melde Dich einfach! LG Aristokrat |
| Fabiano geschrieben am: | Hallo Tom, ich hatte mit osttimer.de schon zu tun. Ich war auch schon dort gewesen. Ist ein echt netter Kontakt, sehr zu empfehlen. Ich war vollkommen zufrieden. Viele Grüße Fabiano |
| kubitz geschrieben am: | Hallo für ein Datenblatt reicht da nicht eine Kopie von einem KFZ-Brief selben TYP |
| Aristokrat geschrieben am: | Hallo! Also zumindest alle "Ost"-Deutschen TÜV-Stationen haben die Datenblätter der gebräuchlichsten Mossi-Typen im PC! Da gibt es keine Probleme und unser TÜV hat mir die Daten sogar umgeschlüsslt, so daß ich bei der Zulassung keine Probleme und Mehrkosten hatte! LG Aristokrat |
| 408HEY geschrieben am: | Hallo Aristokrat, also nun muß ich doch noch einmal was dazu schreiben. Du bist da nicht ganz auf dem Stand. Die Datenblätter einzelner Fahrzeuge hat nicht der TÜV oder die DEKRA oder sowas sondern das KBA in Flensburg. Und die haben leider nicht alle z.b. Mossi 408. Hier wird zum Teil ausgenullt. Inzwischen sollte aber auch der TÜV das können! Im Übrigen hatte auch die Zulsasungstelle nicht das Datenblatt vorliegen und mußte beim DEKRA-Prüfer nachfragen. |